Monaco Freshprinz im Interview
Gerappte Flüchtlingsintegration
Beim Milla Walky Talky mit jungen Flüchtlingen vertreten und auch sonst sozial aktiv: Monaco Freshprinz über Flüchtlingsprojekte in der Münchner Rapszene.
Du bist in München geboren. Dass du eine besondere Beziehung zu München hast, hört man ja schon an deinem Namen: Monaco Freshprinz. Was verbindest du mit München?
Mit München verbinde ich schon viel. Eigentlich alles: die Leute, den guten Vibe, den man auf jeden Fall mit kreiert, wenn man hier aufwächst. München spiegelt einen als Münchner auch selbst wieder. Es wird sehr viel negativ über München geredet, aber eigentlich spiegelt uns das doch auch selbst wieder, das heißt wir machen uns die Stadt wie sie uns gefällt.
Du hast ägyptische Wurzeln. Was ist dein Eindruck, wenn du München und Alexandria, wo dein Vater mittlerweile wieder lebt, vergleichst?
Alexandria ist auf jeden Fall am Meer, das ist einfach das Urlaubsfeeling, wenn man dort ist. Und generell was die Kultur angeht, ist es schwierig zu sagen: Irgendwie sind wir alle Menschen und die Leute dort unten haben im Prinzip die gleichen Gedanken, die gleichen Probleme wie wir hier. So unterschiedlich ist es also gar nicht. Und trotzdem kommt es mir manchmal wie ein Unterschied von Tag und Nacht vor. Da gibt es doch auch extreme Unterschiede, die uns jetzt nicht total trennen, aber es sind da schon die kulturellen Unterschiede, die da auffällig sind, die dann aber auch Spaß machen.
Du legst nicht nur auf, sondern organisierst auch einige Events, wie zum Beispiel das Local Artist and Social Project in der Milla. Du bietest dabei den unterschiedlichsten lokalen Künstlern eine Plattform und stellst soziale Projekte vor. Die Einnahmen wurden für ein offenes Essen mit Flüchtlingen gespendet. Wie wichtig sind deiner Meinung nach solche lockeren Veranstaltungen, bei denen die Münchner die Möglichkeit bekommen, geflüchtete Menschen direkt kennenzulernen?
Das ist wichtig! Da kann man auch immer noch mehr machen. Tobt euch bitte aus mit neuen Ideen! Ich bin auch immer offen für Gedanken und Inspiration. Da gibt es nicht genug, was man machen kann. Generell ist es für mich so: Ich würde so etwas auch gerne mehr im Nachtleben sehen. Das heißt, dass sich die Leute auch am Wochenende mit diesen Dingen beschäftigen und nicht einfach nur weggehen, sich betrinken, abschalten und die Probleme darüber vergessen wollen. Das ist auch manchmal in Ordnung, aber ich würde gerne eine Alternative schaffen, damit man sogar abends am Wochenende im Club etwas Gutes tun kann.