Flüchtlinge am Hauptbahnhof
"Bayern kann das nicht alleine."
München wird in Deutschland immer mehr zum Hotspot für Flüchtlinge. Seit Montag ist die Flüchtlingswelle aus Ungarn besonders groß. Jetzt reagiert die Staatsregierung.
Die Situation am Budapester Bahnhof scheint außer Kontrolle zu geraten. Tausende Flüchtlinge sitzen dort seit Tagen fest. Am Montag hatte die Polizei überraschend auf Bahnsteigkontrollen verzichtet. Die sollten eigentlich verhindern, dass Reisende ohne Visum für Österreich oder Deutschland in den Zug steigen.
Deswegen stürmten Hunderte Menschen die Züge Richtung Westen. Das Ziel: Vor allem Deutschland und insbesondere München.
"Refugees welcome" am Hauptbahnhof
Seit Montag sind mehr als 2000 Flüchtlinge am Münchner Hauptbahnhof angekommen - auch im Laufe des Dienstags kamen immer wieder Züge in München an.
Hunderte warten am Hauptbahnhof darauf, dass es weitergeht. Foto: M94.5/ Lukas Graw
Unendliche Hilfsbereitschaft
Nach der Erstversorgung unter anderem durch die Polizei München werden die Flüchtlinge in Aufnahmeeinrichtungen gebracht. Die Hilfsbereitschaft der Münchner ist unterdessen riesig.
Im Sekundentakt brachten sie v.a. Wasser, Hygieneartikel und Spielzeug für die Flüchtlinge. Deswegen bittet die Polizei bereits darum, keine Spenden mehr am Hauptbahnhof abzuliefern. Wer trotzdem noch helfen will, der kann sich zum Beispiel an die Diakonia wenden.
Dutzende Münchner sind gekommen, packen an und helfen. Foto: M94.5/ Alexandra Zech
Sondersitzung in der Staatskanzlei
Nachdem die Bundesregierung schon vor zwei Wochen die Prognose der Asylbewerberzahlen für 2015 auf 800.000 erhöht hat, reagiert die Bayerische Staatsregierung jetzt mit einer Sondersitzung.
Am Mittwoch um 15 Uhr treffen sich Ministerpräsident Horst Seehofer und der Bayerische Ministerrat in der Staatskanzlei. An der Sitzung werden auch der Integrationsbeauftragte der Staatsregierung, Martin Neumeyer und der Vorsitzende der CSU-Fraktion im Landtag, Thomas Kreuzer, teilnehmen.
Nicht nur Bayern gefordert
Bei der Sondersitzung sollen die bayerischen Positionen besprochen werden, um den Flüchtlingszustrom zu bewältigen. Bereits am Dienstag forderte Sozialministerin Emilia Müller dringend die Hilfe aller anderen Bundesländer. "Bayern kann das alleine nicht mehr schaffen", sagte sie.
Am Donnerstag um 10 Uhr leitet Ministerpräsident Horst Seehofer den 2. Asylgipfel der Staatsregierung in der Staatskanzlei. Mit dabei sind unter anderem Vertreter der Kirchen, der Wohlfahrtsverbände und die Regierungspräsidenten.
Die Ergebnisse aus den Sitzungen in der Staatskanzlei erfahrt ihr im laufenden Programm auf M94.5.