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Julia Holter auf dem Primavera Sound

Von der Stadt in die Wildnis

Autor(en): Eric Thurau am Dienstag, 14. Juni 2016
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Quelle: Lucrecia Dalt / Creative Commons CC BY-ND3.0

Julia Holter

In Julia Holters Musik treffen klassische Einflüsse auf modernen Pop. Wir haben die Solokünstlerin auf dem Primavera Sound Festival getroffen.

[00:00] Seit wann bist du schon auf dem Primavera Sound? Hast du schon irgendwelche besonderen Bands gesehen?

Ich bin seit gestern Abend da und habe meine Lieblingsband aus Highschool-Zeiten gesehen. Das heißt nicht, dass Radiohead nicht immer noch großartig sind. Aber damals war Radiohead mein absolute Lieblingsband und ich wollte sie schon immer mal live sehen. Letzte Nacht konnte ich sie dann endlich zum ersten Mal live erleben und meinen Jugendtraum erfüllen. Ich sehe sie deshalb aber nicht wirklich als eine Band der Vergangenheit an. Es war nur der Zeitpunkt, an dem ich wirklich in ihre Musik eintauchte. Das Konzert war für auch deshalb schon ein bisschen emotional.

[04:58] Wie hat sich angefühlt von einem eher minimalistischem Sound auf "Loud City Songs" zu einem maximalistischem Sound auf "Have You In My Wilderness" zu wechseln?

Jedes Album, dass ich schreibe ist unterschiedlich. Ich sehe jedes Album als neue Welt an mit eigenem Tiefgang. Es macht einfach Spaß, die Alben unterschiedlich zu machen. Ich treffe definitiv bewusste Entscheidungen, meine Musik unterschiedlich zu gestalten. Aber trotzdem ist es auch einfach natrülich für mich immer etwas anderes zu machen. Ich sehe mich nicht wirklich auf dem Weg zum Popruhm. Ich fühle mich eher als Autorin oder Regisseurin - ich versuche nicht Popstar zu werden.

[06:27] Was hälst du von dem Begriff "Chamber Pop", der ja oft verwändet wird, deine Musik zu beschreiben?

Ich stehe nicht wirklich hinter dem Begriff "Chamber Pop", aber es stört mich auch nicht. Ich denke einfach nicht wirklich daran, wo genau meine Musik eingeordnet wird. Manchmal muss man natürlich seine Kunst in Kategorien aufteilen, aber ich denke als Künstler sollte man das eigentlich vermeiden. Ich bin in so vielen verschiedenen musikalischen "Welten" gewesen - ich war schon in eher klassischen Konzertsälen, in Musikhochschulen, aber ich fühl mich trotzdem in den meisten Situationen komisch. Ich fühl mich auch auf Festivals komisch, wenn ich von Rockbands umgeben bin und mich frage, was ich eigentlich hier tue. Aber ich fühle mich auch in Konzertsälen komisch, weil ich mich nicht wirklich auf Klassische Musik konzentriere. Ich fühle mich einfach in jeder Situation komisch, aber ich glaube, das ist etwas ganz normales.

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Conor O'Brien zeigt mit The Art of Pretending to Swim, dass Indie-Folk auch im Jahr 2018 noch spannender klingen kann, als man das von diesem Genre erwartet hätte. Das vierte Album der Villagers vereint, was eigentlich widersprüchlich wirkt: Folk mit R'n'B und Experimentierfreude mit Zugänglichkeit. 

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