Platten vor die Säue

QTY - S/T

Autor(en): Sabrina Luttenberger am Samstag, 9. Dezember 2017
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Quelle: Dirty Hit Records

QTY - S/T

Hervorstechende Gitarrenriffs und einprägsame Melodien. Indie, so wie er sein sollte. Daran haben sich auch QTY aus New York versucht - mit Erfolg.

Talentierte Musiker gibt es in New York City wahrscheinlich genau so viele, wie Taxis und Wolkenkratzer. Von großen Namen, wie The Velvet Underground oder den Strokes bis hin zu unbekannten Bands. Eine davon, die gerade dabei ist, sich in der Stadt, die niemals schläft, einen Namen zu machen, ist QTY. Das Duo besteht aus Dan Lardner und Alex Niemetz. Unterstützt werden sie auf der Bühne von Bassist Peter Baumann und Drummer Alan Yuch. Dan und Alex kennen sich, seitdem sie 17 sind und haben vorher in der Band Grand Rapids zusammen gespielt. Letztes Jahr haben sie dann einen Plattenvertrag mit dem Label Dirty Hit unterschrieben, bei dem unter anderem The 1975 oder Wolf Alice vertreten sind und sind somit die erste amerikanische Band, die bei dem UK Label unter Vertrag steht.

Jetzt haben sie ihr selbstbetiteltes Debütalbum veröffentlicht. Produziert wurde die Platte von Bernard Butler, dem Gitarristen der Britpop Band Suede. Auf 10 Tracks mit einer Länge von 31-Minuten reiht sich ein Indie-Track an den anderen. Das Album beginnt gleich mit dem Opener „Rodeo“, der nur so vor Gitarrenriffs strotzt, die sich merkwürdig vertraut anhören. Ein bisschen erinnern QTY dann nämlich schon an die altbekannten New Yorker Bands, eben The Strokes oder auch Television.

Trotzdem hat QTY seinen ganz eigenen Charme. Jeder Song bleibt irgendwie im Ohr hängen, was natürlich unter anderem an dem typischen Indie-Muster liegt. Und obwohl nach diesem Pattern bei nahezu jedem Song gearbeitet wird, gleicht kein Song komplett dem anderen. Neben gitarrenlastigen Tracks gibt es nämlich auch deutlich ruhigere Songs auf der Platte. Das zurückgenommene und „New Beginnings“ wirkt schon fast minimalistisch, wenn Alex und Dans Stimmen nur mit einer Akustikgitarre begleitet werden, beziehungsweise sich selbst begleiten und ganz selbstverständlich von Neuanfängen singen: „Thank God for new beginnings. I want to be alive.“ 

Auch lyrisch wird es also nicht langweilig. Klar geht’s wie so oft um Liebe: Das Duo singt von menschlichen Beziehungen, die das moderne urbane Leben ausmachen. Aber auch um ihre Kindheit und die Erinnerungen daran machen Dan und Alex keinen Bogen, sondern reflektieren ihre Jugend im Track „Michael.“

Die Platte wirkt so mühelos, als hätten Dan und Alex noch nie etwas anderes gemacht. Alex spielt die teilweise doch recht schnellen Gitarrenriffs so selbstverständlich und meiner solchen Natürlichkeit, dass das Album auch bei mehrmaligem Hören nicht langweilig wird. Wer etwas Neues und Experimentelles erwartet, für den sind QTY vermutlich nicht die Richtigen, wer aber auf zeitlosen Indie steht, macht mit ihrem Debütalbum nichts falsch. 

Gesamtwertung: 4 von 5 Punkten.

QTY erscheint am 08. Dezember 2017 auf Dirty Hit Records.

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