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Bernd Begemann im Interview

Hamburg + München = Love

Autor(en): Andrej Prescher am Dienstag, 13. Dezember 2016
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Quelle: M94.5

Bernd Begemann im Interview

Was der deutsche Singer/Songwriter über Udo Lindenberg, den Münchner Lifestyle und das Sexleben von Helene Fischers Songwritern denkt.

Du hast eine spezielle Art zu singen. Wie wichtig ist, gerade im Deutschen, diese Art, um das auszudrücken, was man möchte? 
Also alle ehren Udo Lindenberg, aber ich mag diese Art nicht. Für mich ist das posig. Es basiert auf dieser Art von Rio Reiser, zu singen, der auch respektiert ist. Das ist die eine Art, wie Deutsche Rock singen. Das geile Kaputtsein. Ich finde das furchtbar, unmenschlich und nicht besonders ausdrucksstark. Das drückt nur eine Sache aus: Ich bin irgendwie geil, kaputt. Ich wollte mehr ausdrücken und das hat 30 Jahre gedauert.

Was hättest du gemacht, wenn du kein Musiker geworden wärst?
Ich mein, ich hätte es nicht mal zu einem Werbe-Kaufmann gebracht. Es gab eine Zeit in meinem Leben, da war ich so arm, ich habe das Essen vom Rücklaufband in der Mensa gegessen, ohne selbst Student zu sein. Das ist wie Charles Dickens, nur in der Bundesrepublik, es war so schrecklich. Ich kannte Leute, die in einer Werbeagentur arbeiteten. Und ich dachte, ich hasse und verabscheue Werbeagenturen, aber ich werde es machen, ich werde meine Seele an den Teufel verkaufen. Und ich bin da hin und habe sie angebettelt. Ich mache alles, ich fotokopiere. Und sie meinten nur: "Ach, Bernd, das ist so süß, nein". Himmel, Herrgott, ich wär ein stolzer Sozialhilfeempfänger.

Was erwartest du dir vom Auftritt in der „Milla“?
Wenn es nur halb so orgiastisch und euphorisch wird, wie letztes Mal, dann bin ich schon ein glücklicher kleiner Indie-Rocker. Die Sache ist die: Da ist diese Verbindung zwischen Hamburg und München. Man muss sich nur mal einen Song von der Band Superpunk namens „Parties in München“ anhören. Da ist diese Sehnsucht nach easy, Schwabing, diese ganze Haltung, die wir als Hamburger nicht kennen. Wir sehnen uns danach. Was ich sagen will: Nichts brennt so heiß, wie die heimliche Liebe zwischen einem Bayer und einem Preußen. Deswegen komme ich immer wieder gerne.

Platte des Monats

Conor O'Brien zeigt mit The Art of Pretending to Swim, dass Indie-Folk auch im Jahr 2018 noch spannender klingen kann, als man das von diesem Genre erwartet hätte. Das vierte Album der Villagers vereint, was eigentlich widersprüchlich wirkt: Folk mit R'n'B und Experimentierfreude mit Zugänglichkeit. 

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M94.5 präsentiert
Donnerstag, 18. Oktober, 18 Uhr
M218 LMU Hauptgebäude
 
Munich Rocks!
Donnerstag, 18. Oktober 2018
 
Freitag, Samstag: 19./20. Oktober
 
Neuhauser Musiknacht
Samstag, 27. Oktober 2018
M94.5 Bühne @ Freiheizhalle

 

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