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Rote Liste

Die Weltkultur stirbt aus

Quelle: Paul Toogood

Great Barrier Reef

Seit 1978 hat die Unesco 1007 Denkmäler zum Weltkulturerbe gemacht. Heute sind viele in Gefahr. Deswegen gibt es eine Rote Liste in der Denkmal-Edition.

Das Great Barrier Reef ist gar nicht mehr so großartig. Das gilt nicht für die Maße des Riffs, das mit über 200.000 Quadratkilometern fast dreimal so groß wie das Bundesland Bayern ist, sondern für dessen Zustand, wie der Jahresbericht des Bundesstaates Queensland zeigt.

Seit 1981 ist das Great Barrier Reef Unesco Weltkulturerbe, in diesen vergangenen dreißig Jahren verlor das Riff an der Nordostküste Australiens mehr als die Hälfte der Korallendecke.

Damit sind auch die rund 14.000 Fischarten, die das Riff beherbergt, gefährdet. Der Klimawandel, durch den sich die Temperatur des Meers verändert, belastet das Riff.


Weder den Korallen, noch den Fischen vom Great Barrier Reef geht es richtig gut. Foto: Paul Toogood; Lizenz: CreativeCommons by sa-2.0-de (Kurzfassung).

Durch das wärmere Wasser vermehren sich auch die Korallen fressenden Seesterne schneller. Neben den Seesternen gefährden auch die Bauern die Lebensdauer des Korallenriffs, weil sie sich nicht an die Vorschriften zum Umweltschutz halten.

Daher gelangen Dünger, Pestizide und Abfälle der Landwirtschaft in das Meer und greifen die Korallen an.Trotz dieser schwierigen Verhältnisse ist das Great Berrier Reef 2015 noch nicht in die 'Liste des gefährdeten Welterbes' der Unesco aufgenommen worden.

Das Kreuz mit der heiligen Stadt

Das Ziel der 'Liste des gefährdeten Welterbes' ist, die jeweiligen Staaten aufmerksam zu machen, mehr für den Schutz der Landschaften und Gebäude zu unternehmen. Aktuell stehen 48 Welterbestätten auf der Liste. Am längsten befinden sich dort die Altstadt und die Stadtmauern von Jerusalem. Beide sind laut Unesco schon seit 1982 gefährdetes Welterbe.

Hier sind die Gründe aber in erster Linie politisch, weil die Unesco die Gebäude in der Altstadt vor den gewalttätigen Auseinandersetzungen schützen möchte, die aufgrund der Konfliktsituation in Jerusalem sehr häufig sind. Jerusalem wird von sowohl von Israel, als auch von Palästina als die jeweilige Hauptstadt beansprucht.

Darüber hinaus ist Jerusalem auch aus religiöser Sicht bedeutend. Für den Islam, das Christentum und auch das Judentum ist Jerusalem ein heiliger Ort. Diese politischen und religiösen Spannungen haben viele Anschläge zur Folge, die die Gebäude und Denkmäler langfristig belasten.


Drei Religionen, zwei Länder und viele Konflikte: Jerusalem Foto: Cycling man; Lizenz: CreativeCommons by sa-2.0-de (Kurzfassung).

Erst im Juni 2015 wurde ein katholisches Gotteshaus vermutlich von jüdischen Extremisten in Brand gesetzt und Hassparolen gegen Jesus an die Wände geschrieben. In der Kirche soll Jesus Fische und Brot für 5000 Menschen geteilt haben.

Die 1500 Jahre alten Mosaike hatten allerdings keine Schäden von den Flammen genommen. Anders als das Great Barrier Reef in Australien ist die Lage in Jerusalem nicht durch Umweltschutz, sondern höchstens durch Verständnis und Deeskalation zu lösen. Seit 1982 ist das noch nicht gelungen und so wird Jerusalem wohl auch in Zukunft auf der 'Liste gefährdeten Welterbes' stehen.

Ist Tansania das neue Köln?

Erst seit 2014 steht das Wildreservat von Selous in Tansania auf der 'Liste gefährdeten Welterbes'. Das hat primär mit dem Ziel des Wiildreservats zu tun, viele seltene und exotische Tieren eine Heimat bieten zu wollen.

Diese Vielfalt lockt allerdings auch Wilderer an, die zumeist aus den umliegenden Dörfern kommen und beispielsweise das Fell artgeschützter Tiere teuer verkaufen möchten.

Daher ist unter anderem der Bestand an Elefanten von anfänglichen 70.000 Tieren auf 13.000 gesunken.


Die Elefanten im Wildreservat von Selous wurden lange Zeit gejagt. Foto: Consuelo Puchades; Lizenz: CreativeCommons by sa-2.0-de (Kurzfassung).

Benson Kibonde ist für den Artenschutz im Wildpark zuständig und hat, nachdem das Wildreservat auf die rote Liste der Unesco gesetzt worden war, deutlich mehr Ranger ausgebildet und eingesetzt.

Laut Aussage Kibondes ist die Wilderei seitdem stark zurückgegangen. Möglicherweise wird deshalb das Wildreservat von Selous in Tansania von der 'Liste gefährdeten Welterbes' wieder gestrichen.

Denn auch das ist möglich, der Kölner Dom war von 2004 bis 2014 Teil der Liste.


Auch um die Rheinmetropole Köln war die Unesco besorgt. Foto: Christian Baitz.  Lizenz: CreativeCommons by sa-2.0-de (Kurzfassung).

Hier waren weder Krieg, noch Umweltschäden verantwortlich für die Aufnahme. Grund waren Planungen über Hochhäuser, die am Rhein gebaut werden sollten und das Stadtbild mit dem Dom verschlechtert hätten.

Nachdem dieses Vorhaben nicht umgesetzt wurde, nahm die Unesco den Kölner Dom von der Liste, auf die wohl 2016 das Great Barrier Reef gesetzt werden wird.

Platte des Monats

Conor O'Brien zeigt mit The Art of Pretending to Swim, dass Indie-Folk auch im Jahr 2018 noch spannender klingen kann, als man das von diesem Genre erwartet hätte. Das vierte Album der Villagers vereint, was eigentlich widersprüchlich wirkt: Folk mit R'n'B und Experimentierfreude mit Zugänglichkeit. 

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Donnerstag, 18. Oktober, 18 Uhr
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