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Performance im HochX

#sorrynotsorry

Quelle: Mara Fischer

Mona Vojacek Koper

Die Schauspielerin Mona Vojacek Koper schafft im HochX einen aktuellen und witzigen Theaterabend mit Wohlfühlfeminismus.

Zwei Zöpfe, Mikrofon und gute Laune: Fertig ist die perfekte Animateurin! Laut gröhlt sie ins Mikrofon und animiert die ZuschauerInnen zum Mitsingen: „Hey, hey, Baaaaby! I wanna know if you be my girl“  DJ Ötzi wäre stolz wie Oskar. Auch wenn das Ganze nicht am Strand von Mallorca, sondern auf der Bühne des HochX in der Au stattfindet.

 

Die Frau mit den Zöpfen ist auch keine Animateurin, sondern Schauspielerin. Sie heißt Mona Vojacek Koper, 2016 hat sie die Otto-Falckenberg-Schule in München abgeschlossen. Gut gelaunt begrüßt sie das Münchner Publikum zu ihrer Performance – genauer gesagt zu ihrer „Lecture Performance“ namens "#sorrynotsorry." Gleichzeitig soll der Abend laut Programmheft auch eine „monologische Reflexion“ und eine Stand-up Comedy werden. Doch Zeit über all diese Begriffe nachzudenken bleibt nicht gerade, da die Performerin von DJ Ötzi schon beim nächsten Thema ist – München und seine Preise. Das geht schnell, ist etwas überfordernd, aber auch wahnsinnig komisch.

 

Vojacek Koper beschreibt ihren Wandel von der biertrinkenden Bremerin zur aperolspritz schlürfenden Münchnerin. „Eine perfekt assimilierte Zuagroaste“ strahlt sie – auch wenn sie für die Aussprache von „zuagroast“ Hilfe aus dem Publikum benötigt. Langeweile tritt in den knapp eineinhalb Stunden Performance nie auf. Allerdings: Stundenlang Witze über das teure München? Soll es das schon gewesen sein?

 

Natürlich nicht. Vojacek Koper hat sich für diesen Abend vorgenommen, einen „Wohlfühlfeminismus“ zu propagieren. Ohne den moralischen Zeigefinger heben zu wollen, nimmt sie sich vor, selbst zum Objekt zu werden. Ob sie dadurch zum handelnden Subjekt wird lässt sie offen – und stellt ihre Feldstudien vor:Als „Promilla“, also Promilletestverkäuferin auf dem Oktoberfest zum Beispiel. Oder als Verkäuferin von (getragener) Damenunterwäsche. Auch ihre Erfahrungen als junge Schauspielerin lässt sie miteinfließen.  

 

Mona Vojacek Koper liest aus ihrer Job-Beschreibung als Promilla vor (immer zuckersüß sein, aber auch ein bisschen dominant, und das Wichtigste: viel lächeln!). Das ist so absurd, dass das Publikum nur ungläublich lachend den Kopf schüttelt.  Doch damit nicht genug – Koper klärt als „Höschenverkäuferin“ die ZuschauerInnen über die Begriffe Natursekt (Urin) und Kaviar (Kot) auf – derb, witzig und provokativ. Nur die Anschlüsse sind manchmal nicht ganz perfekt, die Übergänge zwischen den Themen etwas holprig. Aber Monas Spielfreude, ihr großes komödiantisches Talent und extrem witzige „Dirty-Dancing“ Videos im Hintergrund machen das allemal wett.  

 

Während der gesamten Performance spielt Vojacek Koper sowohl mit ihrer eigenen Erwartungshaltung als auch mit der des Publikums. Was passiert als nächstes? Wo geht dieser Abend hin? Das weiß man auch nicht, als man schon wieder draußen vor dem HochX in der Abendsonne steht. Auf jeden Fall macht es Spaß die Schauspielerin, Mona Vocajek Koper oder auch einfach nur Mona, auf ihren Feldstudien zu begleiten.

 

 

Platte des Monats

Conor O'Brien zeigt mit The Art of Pretending to Swim, dass Indie-Folk auch im Jahr 2018 noch spannender klingen kann, als man das von diesem Genre erwartet hätte. Das vierte Album der Villagers vereint, was eigentlich widersprüchlich wirkt: Folk mit R'n'B und Experimentierfreude mit Zugänglichkeit. 

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M94.5 präsentiert
Donnerstag, 18. Oktober, 18 Uhr
M218 LMU Hauptgebäude
 
Munich Rocks!
Donnerstag, 18. Oktober 2018
 
Freitag, Samstag: 19./20. Oktober
 
Neuhauser Musiknacht
Samstag, 27. Oktober 2018
M94.5 Bühne @ Freiheizhalle

 

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