So war's im STRØM
...Trail Of Dead im STRØM
Wenn man mal ehrlich ist sind …And You Will Know Us By The Trail of Dead eine von diesen Bands die irgendwie jeder kennt oder zumindest schon einmal ihren Namen gehört hat, keiner jedoch so genau weiß wie ...Trail of Dead eigentlich klingen. Fakt ist: Sie sind Legenden des Alternative Rock. Dieses Jahr erschien mit „The Lost Tapes“ das bislang achte Studioalbum der rund 20 Jahre dauernden Bandgeschichte. Dieses wurde in Hannover produziert und nun kehrte die Band am Freitagabend zurück nach Deutschland in das zur Zeit dauerbespielte Strom.
Zwei Vorbands
Los gings um 20:30 mit den 3 Punkgirls von den Coathangers. Sie spielen raue, schnelle und mit Rotzfrech-Attitüde vorgetragene Punk(rock) Songs. Das ist teilweise entzückend erfrischend, teilweise hart an der Grenze zum Nervigen. Nach vier Songs, in denen jede der Drei mal an jedem Instrument die Hände angelegt hat, ist dann auch schon Schluss. Wohl die kürzeste Vorband aller Zeiten. Was ich und scheinbar auch viele andere im Strom nicht wissen: es gibt noch eine zweite Vorband. Ribozyme kommen aus Norwegen und sind musikalisch doch schon näher am Hauptact. Leider ist der Sound während beider Vorbands eher mäßig, es fehlt die Breite, die Dichte, der Gesang ist zu leise und die Gitarre klingt verschwommen. Dies ändert sich zum Glück pünktlich zum Hauptact.
Bis zum Kreislaufkollaps
Nun zu ...Trail of Dead. Die vier Herren sind, ausgenommen vom Bassisten Danny Wood, nicht mehr die Jüngsten aber das lassen sie sich nicht anmerken! Die Band feuert eine Up-Tempo Nummer nach der anderen ab und lässt sich selbst und dem Publikum kaum Zeit zur Erholung. Das Strom ist bis unter die Diskokugel(n) gefüllt. Unter den Konzertgängern befinden sich genauso viele Rockopas wie 16 jährige Punkrockgirls und das Bier geht in rauen Mengen über die Theke. Im Sekundentakt fliegen noch gefüllte Bierbecher vor der Bühne an die Decke und gelegentlich auch mal auf die Bühne. Vor dieser verwandelt sich das Strom in ein Schlachtfeld, es wird gepogt bis zum Kreislaufkollaps, Handtaschen müssen vor der euphorischen Meute gerettet werden und das ein oder andere T-Shirt wird von herumfliegenden Biersalven durchtränkt. Auch bei den ruhigen Passagen erweist sich das Münchner Publikum als überaus textsicher.
Der ein oder andere wird zwar von Schweiß durchnässt und am Rande der Zurechnungsfähigkeit nach Hause gegangen sein aber dafür mit einem ordentlichen Lächeln auf dem Gesicht. Und ...Trail of Dead? Die scheinen immer noch einen riesen Spaß an ihrer Musik zu haben, auch wenn sie das Konzert nostalgisch mit ihrem allerersten Song abschließen.
Foto: Guus Krol Lizenz: CC BY-NY-ND 2.0