Home > Plattenkritik > Daughter - Not To Disappear
Platten vor die Säue

Daughter - Not To Disappear

Autor(en): Alexandra Zech am Sonntag, 17. Januar 2016
Tags: , , , ,
Quelle: 4AD

Daughter - Not To Disappear

Auf ihrem zweiten Album geht das Trio aus London neue Wege und bleibt sich dabei trotzdem treu.

Was war das nur für ein unfassbarer Hit. Youth. 2013 hauchte Daughter Sängerin Elena Tonra so leise und zerbrechlich die Zeilen „We are the reckless / We are the wild youth.“ ins Mikrophon, dass man ihr den Inhalt nicht so wirklich glauben wollten. Besungen wurden diejenigen, die noch atmen und die ohne Verbitterung lieben. Die perfekte Hymne also für eine Generation, die wenn sie groß ist auch mal Spießer werden will. Und auch musikalisch wurde sich auf das absolut Wesentliche beschränkt. Das hat in einer Zeit, in der The XX gerade das musikalische Nonplusultra darstellten sehr gut funktioniert. Nun ist mit „Not To Disappear“ das zweite Album des Trios aus London erschienen. Musikalisch und inhaltlich bleiben sie sich treu, ohne dabei auf der Stelle zu treten.

Der große Hit

Eines gleich vorweg: Ein Hit wie Youth, der sich sofort im Gehörgang festsetzt, ist auf „Not To Disappear“ nicht dabei. Im Vergleich zum Erstling „If You Leave“ ist das neue Album aber ein ganzes Stück abwechslungsreicher. Es wird nicht nur mit Stille, sondern eben auch mit Lautstärke experimentiert. Und das tut der Platte sehr gut, da es dafür sorgt, dass man dem Album sehr gern mehrere Durchläufe nacheinander gewährt. Und dabei finden sich dann eben doch die kleinen musikalischen Schätze. Numbers als zweite Single hat wird sicher bei Fans der Band auf echte Begeisterung stoßen und schafft es ein wenig das Gefühl von Youth zurückzubringen.

Der Tiefgang

Der musikalisch spannendste Song ist aber eindeutig „Fossa“. Hier nimmt sich die Band fast sieben Minuten Zeit und packt sie voll mit dynamischen Spielereien und Tempowechseln. Ständig passiert etwas Unerwartetes und genau das ist es, was die Band gebraucht hat. Die große Stärke von Daughter bleiben aber die Texte, die sich gern mal mit etwas ungewöhnlicheren Themen beschäftigen. So ist mit „Doing The Right Thing“ ein Song aus der Perspektive eines Demenzkranken dabei. Es lohnt sich also ein ausführliches Beschäftigen mit der Platte.

 

Gesamtbewertung: 4 von 5 Punkten

Auch Tim von der Münchner Band Kytes freut sich über die Abwechslung auf dem neuen Daughter Album

 

Platte des Monats

Conor O'Brien zeigt mit The Art of Pretending to Swim, dass Indie-Folk auch im Jahr 2018 noch spannender klingen kann, als man das von diesem Genre erwartet hätte. Das vierte Album der Villagers vereint, was eigentlich widersprüchlich wirkt: Folk mit R'n'B und Experimentierfreude mit Zugänglichkeit. 

mehr
M94.5 präsentiert
Donnerstag, 18. Oktober, 18 Uhr
M218 LMU Hauptgebäude
 
Munich Rocks!
Donnerstag, 18. Oktober 2018
 
Freitag, Samstag: 19./20. Oktober
 
Neuhauser Musiknacht
Samstag, 27. Oktober 2018
M94.5 Bühne @ Freiheizhalle

 

mehr
M94.5 auf Youtube

Der M94.5-Newsletter
Du willst regelmäßig News von M94.5? Dann musst nur deine E-Mail-Adresse angeben! Keine Angst, wir spamen deinen Posteingang auch nicht voll.
 
 
Die afk Familie