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Tennis und die Deutschen

Eine verwirrende Beziehung

Quelle: Pixabay

Vorbereitungen für US Open

Die großen deutschen Tenniserfolge bei den Grand Slams in den letzten Jahren kann man an einer Hand abzählen. Aber woran liegt das?

Steffi Graf und Boris Becker: Die bekanntesten Namen im deutschen Tennis. Zu Recht! Doch das sind meistens auch die einzigen zwei Namen, die man so kennt, wenn man nicht gerade Tennis-Experte ist. Ist ja auch kein Wunder. Die Deutschen schneiden im Tennis tendenziell nicht so gut ab. Aber woran liegt das? Und unterscheiden sich die Erfolge der vier Grand Slams? Ein Rückblick auf die letzten vier Jahre.

Alle Tennisspieler träumen davon einmal bei einem der vier größten Turniere der Tenniswelt mitzuspielen, vielleicht sogar ins Finale zu kommen oder zu gewinnen. Das ist wohl der größte Erfolg. Die Besten der Besten schaffen dann sogar mehr als einen Sieg. So wie Roger Federer, der am Wochenende seinen 8. Wimbledon Titel und seinen 19. Grand Slam Sieg holte und mittlerweile als Held der Tenniswelt gekrönt wird.

Erfolgsbilanz

Solche Erfolge werden unter den Deutschen eher selten gefeiert. Ein Rückblick auf die letzten vier Jahre zeigt, dass Deutschland meist nach dem Achtelfinale nicht mehr vertreten war. Natürlich gibt es Talente wie Angelique Kerber, die sich 2016 bei den Australian und den US Open den Sieg sicherte, oder die jetzige junge Hoffnung Alexander Zverev. Er erreichte in Wimbledon 2017 erstmals in seiner Karriere das Achtelfinale eines Grands Slams und gilt mittlerweile als der beste deutsche Nachwuchsspieler.

Eine konstante Erfolgsquote kann man bei den Deutschen aber nicht erkennen. Dieses Jahr kam bei einem Grand Slam noch kein Deutscher außer Mischa Zverev weiter als bis zum Achtelfinale. Und auch 2016 überstand fast keiner die dritte Runde.

Der Bodenbelag als Problem?

Vor allem bei den French Open haben sich die Deutschen in den letzten zwei Jahren sehr schwer getan. Es gab auch hier keinen Kandidaten, der die dritte Runde überlebte. Aber woran liegt das?

Vielleicht tun sich die Deutschen mit dem sandigen Boden in Roland Garros einfach am schwersten. Aber gibt es einen Bodenbelag der ihnen besser liegt?

Eine lange Zeit galt Wimbledon als das Turnier der Deutschen. Anscheinend hat es der Rasen den Sportlern angetan. Bestätigen lässt sich diese Theorie anhand der Erfolgsquote jedoch nicht. Vereinzelt erreichte mal Kerber das Viertelfinale 2014, oder das Finale 2016 aber deutlich besser als bei allen anderen Grand Slams schnitten die Deutschen nie ab.

Auch die Hartplätze der US Open und der Australian Open erweisen sich nicht als Vorteil. Die Quote hier ist ähnlich wie bei den anderen Grand Slams. Außer Kerber kam seit 2013 niemand weiter als bis zum Achtelfinale. Einen männlichen Dauersieger gab es schon lange nicht mehr. Vielleicht setzen deswegen so viele ihre ganze Hoffnung auf Alexander Zverev.

Generell zeichnet sich also kein Turnier als „das Beste“ ab. Bei allen gibt es einzelne Erfolge, im Großen und Ganzen ist die Bilanz aber eher mittelmäßig. Woran liegt es also dann?

Unterstützung macht erfolgreicher

Vielleicht ist es das deutsche Klima, vielleicht das falsche Training. Tatsache ist jedoch, dass der beliebteste Sport des Landes immer noch der Fußball ist. Möglicherweise fehlt den Spielern ein bisschen mehr Unterstützung der Fans. Dass bei einem Grand Slam plötzlich alle ihre Deutschland-Fahnen aus den Fenstern und an die Autos hängen kann und wird aber wohl keiner erwarten. Ein bisschen mehr Aufmerksamkeit wäre trotzdem schön.



Naja — vielleicht ändert sich die Begeisterung nun durch die junge Tennishoffnung Alexander Zverev. Wir werden sehen.

Platte des Monats

Conor O'Brien zeigt mit The Art of Pretending to Swim, dass Indie-Folk auch im Jahr 2018 noch spannender klingen kann, als man das von diesem Genre erwartet hätte. Das vierte Album der Villagers vereint, was eigentlich widersprüchlich wirkt: Folk mit R'n'B und Experimentierfreude mit Zugänglichkeit. 

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M94.5 präsentiert
Donnerstag, 18. Oktober, 18 Uhr
M218 LMU Hauptgebäude
 
Munich Rocks!
Donnerstag, 18. Oktober 2018
 
Freitag, Samstag: 19./20. Oktober
 
Neuhauser Musiknacht
Samstag, 27. Oktober 2018
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