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NFL-Draft

Laremy Tunsils Albtraum

Autor(en): Michael Ries , Nico Horn am Freitag, 29. April 2016
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Quelle: M94.5

Eine ungute Kombination, wenn man in die NFL möchte

Laremy Tunsil gilt als einer der besten Spieler des NFL-Drafts. Dann macht ihn ein Video fast zum Verlierer des Jahres.

With the 13th pick in the 2016 NFL Draft the Miami Dolphins select - Laremy Tunsil“, verkündet NFL-Komissionär Roger Goodell. Erleichtert pustet der 21-Jährige Tunsil durch. Wie der „Offensive Tackle“, warten dutzende Spieler in Chicago darauf, dass ihr Name aufgerufen und damit der Traum von der Profikarriere in der besten Footballliga der Welt wahr wird.

Aufregender Draft für Tunsil

Soweit nichts Ungewöhnliches. Ungewöhnlich ist der Draft-Abend allerdings für Laremy Tunsil.

Jedes Jahr veranstaltet die NFL den sogenannten Draft. Der Reihe nach dürfen die 32 Teams die besten Nachwuchsspieler auswählen. Um die Liga ausgeglichen zu halten, darf die schlechteste Mannschaft der Saison zuerst „picken“, die beste zuletzt. Insgesamt sieben Mal über 3 Tage wird dieses Verfahren durchlaufen, sodass über 200 Spieler pro Jahr neu in die Liga kommen.

Ein verhängnisvolles Video

Als Top Pick gehandelt, dauert es eine gefühlte Ewigkeit, bis die Miami Dolphins Tunsil an 13. Stelle auswählen und der College-Star von der Ole Miss Universität auf die Bühne gerufen wird. Grund für die Warterei ist ein kurz vor dem Draft auf seinem Twitter Account veröffentlichtes Video. Dieses zeigt Tunsil mit einer „Bongmaske“. Zusätzlich verwirrend ist die „Rebels Flag“ im Hintergrund des Afroamerikaners. Die ehemalige Flagge der Südstaaten gilt für viele als Zeichen des Rassismus.

 

 

Die NFL Teams schreckt das Video ab, auch wenn das laut Tunsil schon zwei Jahre alt sein soll. Aber gerade die National Football League will Spieler mit Vorbildcharakter und ahndet Drogenvergehen hart. Tunsil gilt jetzt als Riskofall.

Stiefvater als Hacker?

Wer aber hackt sich am wichtigsten Tag von Tunsils Karriere in dessen Twitter Account? Amerikanische Medien spekulieren, dass Tunsils Stiefvater Lindsey Miller, der bereits mehrfach Anzeige gegen den Sportler erstattet hat, das Video verbreitet hat. Die letzte Anzeige liegt erst einige Tage zurück. Miller wirft Tunsil häusliche Gewalt vor und hat bereits dementiert das Video ins Netz gestellt zu haben.

Die Hände reiben sich nun die Miami Dolphins. Wenn das Video, wie von Tunsil behauptet, wirklich ein Ding der Vergangenheit ist, haben die Dolphins unerwartet einen der talentiertesten Spieler seines Jahrgangs verpflichtet.

Skandalisierung auf Kosten der Sportler

Skandale wie dieser sind im Football allerdings keine Seltenheit. Tunsils Kollege Robert Nkemdiche ist erst im Dezember in berauschtem Zustand vom Balkon seines Hotelzimmers gefallen und wohl deshalb erst an 29. Stelle von Arizona "gedraftet" worden.

Für die Zuschauer ist das unterhaltsam, der Draft bietet noch mehr Gesprächststoff als er es sowieso schon tut. Für die jungen Sportler sind diese vermeintlichen Skandale dagegen eine Katastrophe. Tunsil wird das Video wahrscheinlich seine ganze Karriere über begleiten, gegnerische Fans ihn mit "Gasmasken" empfangen.

Dabei haben die Talente, wie Tunsil und Nkemdiche, nichts schlimmes verbrochen. Kleinere Fehler haben in der Jugend wohl viele begangen.

Deutsche Sensation beim Draft?

Interessant aus deutscher Sicht ist dagegen die Personalie Moritz Böhringer. Der 22-jährige Student spielt erst seit 4 Jahren aktiv Football. Jetzt hat er trotzdem die Chance auf eine NFL-Karriere. Als „Wide Receiver“ - eine der Königspositionen des Football - konnte er im Vorfeld bei den Leistungstests überzeugen.

In den USA hat Böhringer - „Rookie of the Year“ der deutschen Liga - einen richtigen Hype ausgelöst. Als erster deutscher Spieler überhaupt, könnte er den Sprung in die NFL ohne den klassischen Weg über das „College“ schaffen. Natürlich vorausgesetzt es tauchen in der Zwischenzeit keine dubiosen Videos von Böhringer auf. Das ist aber eher unwahrscheinlich. Der Deutsche gilt nicht als "Risikofall".

Platte des Monats

Conor O'Brien zeigt mit The Art of Pretending to Swim, dass Indie-Folk auch im Jahr 2018 noch spannender klingen kann, als man das von diesem Genre erwartet hätte. Das vierte Album der Villagers vereint, was eigentlich widersprüchlich wirkt: Folk mit R'n'B und Experimentierfreude mit Zugänglichkeit. 

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M94.5 präsentiert
Donnerstag, 18. Oktober, 18 Uhr
M218 LMU Hauptgebäude
 
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Donnerstag, 18. Oktober 2018
 
Freitag, Samstag: 19./20. Oktober
 
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Samstag, 27. Oktober 2018
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