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Ein magischer Ort für Bücherliebhaber

„Das Paradies habe ich mir immer als eine Art Bibliothek vorgestellt.“ Das hat Schriftsteller Jorge Luis Borges einmal gesagt. Wahrscheinlich würde er sich deshalb momentan in der Pinakotek der Moderne sehr wohlfühlen. Dort widmet sich nämlich die Ausstellung „ Die Weisheit hat sich ein Haus gebaut“  den vielfältigen Bibliotheken der Welt. „Das Paradies habe ich mir immer als eine Art Bibliothek vorgestellt.“ Das hat Schriftsteller Jorge Luis Borges einmal gesagt. Wahrscheinlich würde er sich deshalb momentan in der Pinakotek der Moderne sehr wohlfühlen. Dort widmet sich nämlich die Ausstellung „ Die Weisheit hat sich ein Haus gebaut“  den vielfältigen Bibliotheken der Welt.

Den Besucher erwartet eine dreiteilige Präsentation des Themas Bibliothek.  
Im ersten Teil steht das Buch selbst im Mittelpunkt. Der erste Raum ist der Ordnung des Wissens gewidmet, denn viele Bücher in einem Raum sind ungeordnet nur ein Haufen bedrucktes Papier, so Winfried Nerdinger, Direktor des Architekturmuseums der Technischen Universität München. Im zweiten Raum geht es um die Architektur der Bibliotheken im Laufe der Jahrhunderte und schließlich wird im letzten Raum ein Ausblick auf die Zukunkt der Büchersammlungen gegeben.

Seit zwei Jahrzehnten wird nun schon der Tod des Buches vorrausgesagt, eigentreten ist er aber noch nicht. Es gibt vielmehr eine andere Entwicklung: In den letzten Jahren sind mehr Bibliotheken entstanden als jemals zuvor. In der Ausstellung will man jetzt der Frage nachgehen „Wo geht das eigentlich alles hin?“ .

„In fünfzig Jahren kann es durchaus sein, dass digitale Medien das Buch verdrängen. Das kann man bedauern, aber das kann man nicht aufhalten“ Als Bibliomane ist das für Winfried Nerdinger selbst jedoch eine schlimme Vorstellung.

Im ersten Teil der Bibliothek werden Bücher aus der Forschungsbibliothek von Werner Oechslin ausgestellt. Der Kunst- und Architekturhistoriker hat über viele Jahre 50.000 Bücher aus sechs Jahrhunderten zusammengetragen.  
„Es gibt immer wieder Menschen, die mir sagen, kann man das nicht alles digitalisieren, dann kann man es entsorgen“ erzählt Werner Oechslin. Doch in den letzten zwanzig Jahren hat ein Umdenken stattgefunden. Jetzt will man wieder an die Quellen gehen. Wer radikal forscht, braucht diese Bücher.

In den Apokryphentexten erzählt Flavius Josephus eine Legende über die Entstehung der Bücher: Als Adam noch im Paradies war, hat Gott mit ihm all sein Wissen geteilt. Nach dem Sündenfall fragt er sich, wie er dieses Wissen weiter geben kann. Mit seinen Söhnen und Enkeln hat er die Idee, eine Säule aus Marmor gegen Wasser und eine Säule aus gebranntem Stein gegen Feuer zu bauen und das Wissen darauf einzugravieren. Schon in dieser biblischen Legende war klar, dass es einen physischen Träger für das Wissen der Menschheit braucht.

Bereits um 1866 vor Christus sollen die Ägypter Büchersammlungen besessen haben, aus denen heuten noch Papyrusrollen erhalten sind. Auch in den Sprüchen Salomos in der Bibel wurden sie bereits erwähnt: „Die Weisheit hat sich ein Haus gebaut“. Das ist auch das Motto der Ausstellung.

Dem Besucher will die Ausstellung vermitteln, dass Bibliotheken ein großes Kulturgut sind.  Sie gelten als magische Orte, sind das kulturelle Gedächtnis der Menschheit und der Speicher unseres Wissens.
Außerdem zeigt sie die großartigen architektonischen Mittel, die gefunden wurden, um diese Schätze zu beherbergen, erklärt Winifried Neidinger.  
Vor allem auch junge Menschen werden emotional angesprochen, wenn sie eine Bibliothek betreten, so Werner Oechslin. Wer das einmal beobachtet hat, der weiß, dass Bibliotheken keinesfalls die Erfindung vergangerer Zeiten sind.

„Der Weisheit ein Haus bauen“  diese Ausstellung kann noch bis zum 16. Oktober in der Pinakotek der Moderne besucht werden.
 Der Eintritt kostet 10, ermäßigt 7 Euro.

Platte des Monats

Conor O'Brien zeigt mit The Art of Pretending to Swim, dass Indie-Folk auch im Jahr 2018 noch spannender klingen kann, als man das von diesem Genre erwartet hätte. Das vierte Album der Villagers vereint, was eigentlich widersprüchlich wirkt: Folk mit R'n'B und Experimentierfreude mit Zugänglichkeit. 

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M94.5 präsentiert
Donnerstag, 18. Oktober, 18 Uhr
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Donnerstag, 18. Oktober 2018
 
Freitag, Samstag: 19./20. Oktober
 
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