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Common Grounds

Autor(en): Karolina Brandner am Sonntag, 15. Februar 2015
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Quelle: Foto: Nikolaus Steglich

Forouhar 1

Die Villa Stuck zeigt eine Ausstellung mit Werken von Künstlerinnen und Künstlern mit Wurzeln aus dem Mittleren und Nahen Osten.

Die Villa Stuck zeigt eine Ausstellung mit Werken von Künstlerinnen und Künstlern mit Wurzeln aus dem Mittleren und Nahen Osten.

Eine gläserne Wendeltreppe, ein heller Raum, an der Wand ein Schwarm aus Schmetterlingen. Die großformatige Wandtapete der Künstlerin Parastou Forouhar füllt den Ausstellungsraum im ehemaligen Maleratelier Franz von Stucks mit vermeintlicher Schönheit. Dieser Eindruck besteht jedoch nur aus der Distanz. Nähert man sich dem ornamenthaften Bild und betrachtet es genauer, so offenbart das Werk Szenen der Grausamkeit. Miniaturhafte, blutige Figuren liegen zusammengekauert beieinander und bilden die aus der Entfernung sichtbare und scheinbar schöne Farbigkeit der Schmetterlinge.

Der Schein trügt

Die im Iran geborene Künstlerin Forouhar spielt mit dem Hässlichen und Schönen und hält uns vor Augen, dass wir genauer hinsehen müssen. Auch im Schönen verbirgt sich stets das Hässliche. Einen ähnlichen Eindruck vermittelt auch das Werk Bouchra Khalilis. Auf himmelblauem Untergrund sieht man punkthafte, weiße Linien, die wie Sternenbilder aussehen. Doch auch hier trügt der Schein. „The Constellations“ zeigt den beschwerlichen Weg von Flüchtlingen, die über das Meer nach Europa kommen. Die Punkte stehen für Stationen ihrer Reise. Das Blau stellt den Bezug zum Meer her, als eine Metapher des Exils.

Die zeitlos wirkenden Orte der Ausstellung „Common Grounds“ zeigen bei genauerer Betrachtung ganz andere Einblicke in Länder, die wir durch die mediale Verbreitung von Bildern zu kennen glauben. Der Titel Common Grounds, der soviel bedeutet wie „gemeinsames Vorwissen“, verweist hier in einer sehr gelungenen und vielschichten Ausstellung auch auf die Tatsache, dass jeder von uns sein eigenes Wissen auf die Welt projiziert. Dass das damit einhergehende Halbwissen auch stets einer Revision bedarf, zeigen zwölf Künstler aus dem Mittleren und Nahen Osten. Das kommunikationswissenschaftliche Modell des „Grounding“, eben jener Annahme dass zwischen Kommunikationspartnern ein gemeinsamer Wissensraum besteht, durch den der Dialog gelingt, wird von den Künstlerinnen und Künstlern auf die Probe gestellt.

Kultur, Kunst und Kontext

Über drei Ebenen bietet die eindringliche Ausstellung die Möglichkeit zwischen Fotografie, Installationen, Malerei und Videoinstallationen Kunst zu erleben, die viele Aussagen über deren Wirkungshorizonte treffen lässt. Die Werke einzelner Künstler sollen dabei nicht Antworten auf Sichtweisen eines ganzen Landes geben, sondern eher zum eigenständigen Nachdenken anregen. Die Ausstellung in der Villa Stuck kratzt dabei nicht einfach nur an der Oberfläche. Wer hier sehen und erfahren will, kann tief eintauchen und mit vielen neuen Impulsen das Haus verlassen.

Die Ausstellung „Common Grounds“ ist noch bis 17. Mai in der Villa Stuck zu sehen und bietet neben der Schau ein interessantes Begleitprogramm: http://www.villastuck.de/ausstellungen/2015/common/programm.htm

Platte des Monats

Conor O'Brien zeigt mit The Art of Pretending to Swim, dass Indie-Folk auch im Jahr 2018 noch spannender klingen kann, als man das von diesem Genre erwartet hätte. Das vierte Album der Villagers vereint, was eigentlich widersprüchlich wirkt: Folk mit R'n'B und Experimentierfreude mit Zugänglichkeit. 

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