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Filmfest 2016

Die Mitte der Welt

Quelle: © FILMFEST MÜNCHEN 2016

Kat, Nicholas und Phil verbringen den Sommer miteinander.

Liebe, Freundschaft und Familienchaos: Die Romanverfilmung von Andreas Steinhöfels Bestseller überzeugt auf ganzer Linie.

Es sind vor allem die Charaktere, die in dem außergewöhnlichen Coming-Of-Age-Streifen glänzen: Von Klischees oder Typen ist nichts zu spüren. Jede Figur ist facettenreich konzipiert worden und vor allem sind sie eins: nicht perfekt. Den Schauspielern gelingt es durch die Bank, die Menschlichkeit und die Eigenheiten ihrer Figuren überzeugend darzustellen.

Chaos an allen Fronten

Allen voran spielt sich Louis Hofmann als Protagonist Phil in die Herzen der Zuschauer. Phil ist 17 Jahre alt und homosexuell. Seine Mitte der Welt ist seine Familie: Seine etwas verrückte Mutter Glass, die ihr Leben so verbringen möchte, wie sie will, und der es egal ist, was die Leute von ihr denken - und Phils stille, geheimnisvolle Zwillingsschwester Dianne. Doch der Haussegen hängt gewaltig schief: Zwischen Dianne und Glass herrscht absolute Funkstille. Im Laufe des Films versucht Phil, das Rätsel um ihren Streit zu lösen.

Neben Dianne, Phils Mutter und deren wechselnden Liebhabern gibt es noch mehr wichtige Menschen im Leben des Protagonisten. Phils beste Freundin Kat ist ähnlich unkonventionell wie seine Mutter. Phil und Kat haben eine enge Bindung. Diese wird auf den Prüfstand gestellt, als sich der 17-jährige in seinen neuen Mitschüler verliebt. Mit dem gut aussehenden Nicholas macht Phil seine ersten sexuellen Erfahrungen.


Phil weiß nicht, was zwischen seiner Mutter und seiner Schwester vorgefallen ist. Quelle: © FILMFEST MÜNCHEN 2016

Liebe ohne Vorurteile

An Phils Homosexualität stört sich im Film niemand. "Die Mitte der Welt" zeigt deutlich: Es spielt keine Rolle, dass Phils erste große Liebe ein Mann ist. Der Film handelt nicht von Geschlechterrollen oder Homophobie, sondern von der Erforschung der eigenen Sexualität und davon, die damit verbundenen neuen Gefühle einzuordnen. Das ist für Phil gar nicht so leicht, denn Nicholas scheint kein klassischer Beziehungstyp zu sein.

"Die Mitte der Welt“ vereint viele verschiedene Coming-Of-Age-Themen. Dadurch ist der Plot nicht eindimensional und bleibt bis zum Schluss spannend. Einzig die Probleme in Phils Liebesleben sind etwas vorhersehbar. Doch wirklich ins Gewicht fällt das nicht: Der Zuschauer fiebert und fühlt den ganzen Film lang mit Phil mit – durch alle Höhen und Tiefen, die ihn beim Erwachsenwerden begleiten.

"Die Mitte der Welt“ läuft noch am 28., 29. und 30. Juni auf dem Filmfest in München.

Platte des Monats

Conor O'Brien zeigt mit The Art of Pretending to Swim, dass Indie-Folk auch im Jahr 2018 noch spannender klingen kann, als man das von diesem Genre erwartet hätte. Das vierte Album der Villagers vereint, was eigentlich widersprüchlich wirkt: Folk mit R'n'B und Experimentierfreude mit Zugänglichkeit. 

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